KI-Agenten in Business Central: Was heute schon möglich ist
Die Frage ist deshalb nicht mehr, ob KI im Maschinenhandel eingesetzt werden kann. Die Frage ist: Welcher Prozess eignet sich als Erstes? In diesem Beitrag zeigen wir drei konkrete Anwendungsfälle, die heute bereits möglich sind. Außerdem klären wir, welche Plattform zu welchem Unternehmen passt.
Assistent oder Agent? Der Unterschied entscheidet
Er übernimmt einen vollständigen Ablauf. Er liest Informationen, prüft Daten, trifft vorbereitende Entscheidungen und führt definierte Aktionen aus. Nur wenn etwas unklar ist oder eine Freigabe erforderlich wird, bindet er einen Mitarbeitenden ein.
Dieses Prinzip nennt sich Human in the Loop.
Sie bestimmen, was der Agent selbstständig erledigen darf und wann er auf Ihr „Go“ warten muss. So behalten Sie die Kontrolle, ohne jeden einzelnen Arbeitsschritt selbst ausführen zu müssen. Das klingt theoretisch? Dann schauen wir auf die Praxis.
Der Sales Order Agent: Von der E-Mail zum Verkaufsauftrag
Der Sales Order Agent übernimmt genau diese Kette. Er liest die eingehende E-Mail, erkennt Absender und gewünschten Artikel, prüft die Verfügbarkeit im System, sucht bei Bedarf nach Alternativen, formuliert eine Antwort und bereitet den Verkaufsauftrag vor, inklusive PDF-Bestätigung. Sie prüfen und geben frei. Wenige Minuten statt einer halben Stunde, und das rund um die Uhr.
Wo Sie eingebunden werden möchten, bestimmen Sie selbst: welches Postfach überwacht wird, ob vor dem Versand an den Kunden eine Freigabe nötig ist, ob Anhänge wie Bestellformulare analysiert werden sollen.
Der Garantie-Agent: Handeln, bevor die Frist abläuft
Das Schöne daran: Solche branchenspezifischen Abläufe lassen sich mit überschaubarem Aufwand selbst zusammenstellen, per Anweisung im Klartext, ohne eine Zeile Programmierung.
Daten auf Zuruf: Business Central per MCP steuern
Möglich macht das ein sogenannter MCP-Server — vereinfacht eine Art Steckdose, über die die KI sauber und kontrolliert mit Business Central spricht. Sie legen genau fest, was der Agent darf: nur lesen, oder auch anlegen, ändern, löschen.
Was alle drei Beispiele eint: Der Agent kennt den Kontext, behält den Verlauf im Blick und arbeitet mit Ihren echten Daten, nicht mit Halbwissen aus dem Netz.
Die drei Wege im Überblick
Welche Plattform brauche ich?
Copilot in Business Central — die eingebaute Lösung
KI-Funktionen direkt im ERP. Der Agent arbeitet innerhalb von Business Central und greift nicht auf externe Systeme zu. Ideal für Aufgaben, die komplett im ERP ablaufen: Marketingtexte, Kontaktdaten ergänzen, Verkaufsaufträge.
Sofort startklar, eng integriert. Aber: funktioniert nur in der Cloud-Variante (SaaS). Wer On-Premise betreibt, kann Copilot nicht nutzen.
Copilot Studio — die Brücke nach außen
Eine Microsoft-Plattform, mit der sich Agenten per Baukasten zusammenklicken lassen. Der Unterschied zu Copilot in BC: Copilot Studio spricht nicht nur mit Business Central, sondern auch mit anderen Microsoft-Produkten und Drittsystemen.
Flexibel und für SaaS-Kunden ohne große Vorarbeit nutzbar. Aber: ebenfalls auf die Cloud ausgerichtet, und die Wartung der selbst gebauten Agenten liegt bei Ihnen.
AppCentral — die TRASER-Plattform
Die Plattform, auf der TRASER und Aptean Agenten zentral entwickeln, bereitstellen und betreiben. Sie bündelt alle Ihre Anwendungen in einem Cockpit und lässt Sie Ihre Agenten von einem Ort aus steuern.
Vier Punkte machen den Unterschied: herstellerunabhängig, auch für On-Premise geeignet (der entscheidende Vorteil, wenn Sie noch nicht in der Cloud sind), branchenspezifische Agenten für den Maschinenhandel zum Nutzen statt Selbstbauen und Wartung inklusive. Bei AppCentral übernehmen wir Entwicklung, Wartung und Betrieb. Sie bekommen Agenten als Produkt, nicht als Bastelprojekt. Der Einstieg ist zunächst kostenfrei.
Die Kurzfassung für Eilige
Dann ist Copilot in Business Central ein sinnvoller Einstieg.
Sie möchten selbst Agenten entwickeln und verschiedene Systeme verbinden?
Dann bietet Copilot Studio die passende Flexibilität.
Sie nutzen On-Premise, wünschen branchenspezifische Agenten oder möchten Entwicklung und Betrieb an einen Partner übergeben?
Dann ist AppCentral der passende Weg.
Gerade deshalb lohnt sich ein ERP auf Basis von Business Central: Es schafft die zentrale Daten- und Prozessbasis, auf der sich unterschiedliche KI-Lösungen flexibel kombinieren lassen.
Was ist mit Sicherheit und Kosten?
Kurz gesagt: Die Daten bleiben im Azure-Rechenzentrum innerhalb der EU und werden nicht zum Training der Modelle verwendet. Über Berechtigungen und Profile legen Sie genau fest, was ein Agent darf und können jede Entscheidung nachvollziehen. Bei den Kosten zur Einordnung: Ein kompletter Verkaufsauftragsvorgang im Test kostete rund 0,28 Euro. Gemessen an 15 bis 22 Minuten manueller Arbeit eine überschaubare Rechnung.
Wie fange ich an?
Gehen Sie einmal in sich: Wo frisst manuelle Routine im Tagesgeschäft die meiste Zeit? Genau dort liegt meist der beste erste Anwendungsfall.
Wer in der Cloud ist, kann mit Copilot in Business Central oder Copilot Studio heute schon erste Agenten testen. Für den Schritt darüber hinaus setzen wir gemeinsam mit Ihnen einen Piloten auf — und prüfen, ob Ihr Anwendungsfall am besten in Business Central, Copilot Studio oder App Central aufgehoben ist.
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