Blogartikel

KI-Agenten in Business Central: Was heute schon möglich ist

Vor einem Jahr war KI im ERP vor allem ein Assistent: Texte formulieren, E-Mails zusammenfassen, Informationen schneller finden. Heute geht deutlich mehr. KI-Agenten erfassen Verkaufsaufträge, überwachen Garantiefristen und erstellen Auswertungen auf Zuruf. Sie arbeiten direkt mit den Daten und Prozessen in Business Central. Und sie erledigen Aufgaben selbstständig – rund um die Uhr.

Die Frage ist deshalb nicht mehr, ob KI im Maschinenhandel eingesetzt werden kann. Die Frage ist: Welcher Prozess eignet sich als Erstes? In diesem Beitrag zeigen wir drei konkrete Anwendungsfälle, die heute bereits möglich sind. Außerdem klären wir, welche Plattform zu welchem Unternehmen passt.

Assistent oder Agent? Der Unterschied entscheidet

Ein KI-Assistent wartet auf Ihre Eingabe. Sie stellen eine Frage oder geben eine Aufgabe vor. Der Assistent liefert eine Antwort – den nächsten Schritt übernehmen wieder Sie. Ein KI-Agent arbeitet anders.

Er übernimmt einen vollständigen Ablauf. Er liest Informationen, prüft Daten, trifft vorbereitende Entscheidungen und führt definierte Aktionen aus. Nur wenn etwas unklar ist oder eine Freigabe erforderlich wird, bindet er einen Mitarbeitenden ein.

Dieses Prinzip nennt sich Human in the Loop.

Sie bestimmen, was der Agent selbstständig erledigen darf und wann er auf Ihr „Go“ warten muss. So behalten Sie die Kontrolle, ohne jeden einzelnen Arbeitsschritt selbst ausführen zu müssen. Das klingt theoretisch? Dann schauen wir auf die Praxis.
01

Der Sales Order Agent: Von der E-Mail zum Verkaufsauftrag

Ein Kunde schreibt: „Ich möchte drei Stück von Artikel XY bestellen." Bisher heißt das: lesen, Kunden raussuchen, Artikel und Verfügbarkeit prüfen, Preis ermitteln, antworten, Auftrag anlegen. Pro Anfrage schnell 15 bis 22 Minuten.
Der Sales Order Agent übernimmt genau diese Kette. Er liest die eingehende E-Mail, erkennt Absender und gewünschten Artikel, prüft die Verfügbarkeit im System, sucht bei Bedarf nach Alternativen, formuliert eine Antwort und bereitet den Verkaufsauftrag vor, inklusive PDF-Bestätigung. Sie prüfen und geben frei. Wenige Minuten statt einer halben Stunde, und das rund um die Uhr.

Wo Sie eingebunden werden möchten, bestimmen Sie selbst: welches Postfach überwacht wird, ob vor dem Versand an den Kunden eine Freigabe nötig ist, ob Anhänge wie Bestellformulare analysiert werden sollen.
02

Der Garantie-Agent: Handeln, bevor die Frist abläuft

Dieser Agent prüft regelmäßig, bei welchen Serviceartikeln die Garantie in den nächsten sechs Monaten ausläuft. Das Clevere: Er reagiert je nach Kundentyp unterschiedlich. Bei dem einen erstellt er eine Anrufliste mit Telefonnummern für den Innendienst. Beim anderen schreibt er den Kunden direkt an und bietet eine Garantieverlängerung an. Einmal pro Woche, vollautomatisch.

Das Schöne daran: Solche branchenspezifischen Abläufe lassen sich mit überschaubarem Aufwand selbst zusammenstellen, per Anweisung im Klartext, ohne eine Zeile Programmierung.
03

Daten auf Zuruf: Business Central per MCP steuern

„Gib mir eine Liste der Top-10-Kunden und schick sie mir als PDF und Word per Mail." Der Agent erkennt, welche Daten er braucht, ruft sie in Echtzeit aus Business Central ab, erstellt die Dateien und versendet sie. Genauso lässt sich ein Artikelbestand visualisieren oder ein neuer Debitor anlegen, dessen Adressdaten der Agent selbst aus dem Web recherchiert.

Möglich macht das ein sogenannter MCP-Server — vereinfacht eine Art Steckdose, über die die KI sauber und kontrolliert mit Business Central spricht. Sie legen genau fest, was der Agent darf: nur lesen, oder auch anlegen, ändern, löschen.

Was alle drei Beispiele eint: Der Agent kennt den Kontext, behält den Verlauf im Blick und arbeitet mit Ihren echten Daten, nicht mit Halbwissen aus dem Netz.

Die drei Wege im Überblick

Welche Plattform brauche ich?

Copilot in Business Central — die eingebaute Lösung

KI-Funktionen direkt im ERP. Der Agent arbeitet innerhalb von Business Central und greift nicht auf externe Systeme zu. Ideal für Aufgaben, die komplett im ERP ablaufen: Marketingtexte, Kontaktdaten ergänzen, Verkaufsaufträge.

Sofort startklar, eng integriert. Aber: funktioniert nur in der Cloud-Variante (SaaS). Wer On-Premise betreibt, kann Copilot nicht nutzen.

Copilot Studio — die Brücke nach außen

Eine Microsoft-Plattform, mit der sich Agenten per Baukasten zusammenklicken lassen. Der Unterschied zu Copilot in BC: Copilot Studio spricht nicht nur mit Business Central, sondern auch mit anderen Microsoft-Produkten und Drittsystemen.

Flexibel und für SaaS-Kunden ohne große Vorarbeit nutzbar. Aber: ebenfalls auf die Cloud ausgerichtet, und die Wartung der selbst gebauten Agenten liegt bei Ihnen.

AppCentral — die TRASER-Plattform

Die Plattform, auf der TRASER und Aptean Agenten zentral entwickeln, bereitstellen und betreiben. Sie bündelt alle Ihre Anwendungen in einem Cockpit und lässt Sie Ihre Agenten von einem Ort aus steuern.

Vier Punkte machen den Unterschied: herstellerunabhängig, auch für On-Premise geeignet (der entscheidende Vorteil, wenn Sie noch nicht in der Cloud sind), branchenspezifische Agenten für den Maschinenhandel zum Nutzen statt Selbstbauen und Wartung inklusive. Bei AppCentral übernehmen wir Entwicklung, Wartung und Betrieb. Sie bekommen Agenten als Produkt, nicht als Bastelprojekt. Der Einstieg ist zunächst kostenfrei.

Die Kurzfassung für Eilige

Business Central in der Cloud und der Prozess findet vollständig im ERP statt?
Dann ist Copilot in Business Central ein sinnvoller Einstieg.

Sie möchten selbst Agenten entwickeln und verschiedene Systeme verbinden?
Dann bietet Copilot Studio die passende Flexibilität.

Sie nutzen On-Premise, wünschen branchenspezifische Agenten oder möchten Entwicklung und Betrieb an einen Partner übergeben?
Dann ist AppCentral der passende Weg.

Gerade deshalb lohnt sich ein ERP auf Basis von Business Central: Es schafft die zentrale Daten- und Prozessbasis, auf der sich unterschiedliche KI-Lösungen flexibel kombinieren lassen.

Was ist mit Sicherheit und Kosten?

Kurz gesagt: Die Daten bleiben im Azure-Rechenzentrum innerhalb der EU und werden nicht zum Training der Modelle verwendet. Über Berechtigungen und Profile legen Sie genau fest, was ein Agent darf und können jede Entscheidung nachvollziehen. Bei den Kosten zur Einordnung: Ein kompletter Verkaufsauftragsvorgang im Test kostete rund 0,28 Euro. Gemessen an 15 bis 22 Minuten manueller Arbeit eine überschaubare Rechnung.

Wie fange ich an?

Gehen Sie einmal in sich: Wo frisst manuelle Routine im Tagesgeschäft die meiste Zeit? Genau dort liegt meist der beste erste Anwendungsfall.

Wer in der Cloud ist, kann mit Copilot in Business Central oder Copilot Studio heute schon erste Agenten testen. Für den Schritt darüber hinaus setzen wir gemeinsam mit Ihnen einen Piloten auf — und prüfen, ob Ihr Anwendungsfall am besten in Business Central, Copilot Studio oder App Central aufgehoben ist.

Tiefer einsteigen: Das komplette Whitepaper

„KI-Agenten im Maschinenhandel — was heute schon geht und welche Plattform zu Ihnen passt"

Im kostenlosen Whitepaper finden Sie die vollständige Entscheidungsmatrix für alle drei Plattformen, alle Praxisbeispiele im Detail sowie Antworten auf die häufigsten Fragen zu Datenschutz, Kosten und Systemleistung — verständlich aufbereitet für die Geschäftsführung.

Nutzen, was möglich ist!

Wir entwickeln Lösungen für den Landmaschinen- und Baumaschinenhandel auf Basis von Microsoft Dynamics 365 Business Central. Über 4.500 Nutzer an mehr als 300 Standorten in Europa arbeiten täglich damit. Sie haben einen konkreten Anwendungsfall im Kopf? Kommen Sie auf uns zu — wir schnacken nicht nur, wir machen.