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Was ein ERP-Projekt wirklich erfolgreich macht „Es geht jetzt wirklich erst los"

Ein ERP-Projekt ist kein Systemwechsel. Es ist ein Organisationswechsel – und der beginnt lange vor dem Go-live und endet nicht danach.
Werner Mertl, IT-Leiter der Friedrich Niemann GmbH in Kiel, weiß das aus eigener Erfahrung. Seit Mai 2025 ist TRASER DMS 365 auf Basis von Microsoft Dynamics 365 Business Central im Einsatz. Was er heute darüber sagt, ist ehrlicher als jede Erfolgsgeschichte auf Hochglanz.
Die Ausgangslage: Viele Anforderungen, ein klarer Plan
Friedrich Niemann ist im Maschinenhandel aktiv, vermietet Baumaschinen – insbesondere in der Bau-Logistik – und erbringt Serviceleistungen rund um das gesamte Portfolio. Viele Abläufe, viele Schnittstellen, hoher Anspruch an Verfügbarkeit im Tagesgeschäft.

Vor rund drei Jahren fiel die Entscheidung, auf Business Central umzusteigen – strukturiert, mit klarem Fahrplan.
Die größte Herausforderung: nicht das System, sondern die Menschen
Aus technischer Sicht lässt sich vieles planen. Die eigentliche Herausforderung liegt woanders.

„Die größte Herausforderung für unser Unternehmen war, die Mitarbeiter mitzunehmen", sagt Mertl.

Ein eingespieltes System funktioniert – weil die Routinen sitzen. Wenn Prozesse dann neu strukturiert und verschlankt werden, fühlt sich das für viele zunächst nicht nach Fortschritt an, sondern nach Umgewöhnung. Einige Mitarbeitende empfanden die stärkere Prozessführung als Einschränkung.

Das Fazit daraus: Kommunikation ist kein Begleittext, sondern ein eigenständiger Erfolgsfaktor. Erwartungen setzen, Veränderungen erklären, Sorgen ernst nehmen – und das konsequent über den gesamten Projektverlauf.

Der Mehrwert: kommt nach dem Start – nicht davor

Nach der Einführung folgt ein Effekt, den viele kennen: Der Nutzen ist nicht sofort für alle spürbar. „Am Anfang war noch kein Mehrwert für viele Mitarbeiter, weil sie gesagt haben: Jetzt muss ich drei Klicks mehr machen."

Was danach passiert, ist entscheidend. Mit einem stabil laufenden System werden Schwachstellen und Potenziale erst wirklich sichtbar. Mertl beschreibt es so: „Wir erkennen wesentlich mehr: Wo sind unsere Probleme im Unternehmen? Woran messen wir? An welchen Prozessen müssen wir arbeiten?"

Genau das ist der Wendepunkt. Wenn Datenqualität, Auswertbarkeit und Prozesskonsistenz steigen, wird aus „digital abbilden" ein echtes Steuerungsinstrument – für Teams und Unternehmensführung gleichermaßen.

Der Go-live: stabil starten, sofort arbeitsfähig sein
Seit Mai 2025 läuft das System im Echtbetrieb. Für Friedrich Niemann war dabei ein Punkt entscheidend: vom ersten Tag an handlungsfähig sein.

„Wir waren sofort funktionstüchtig mit der Software", sagt Mertl. Keine größeren Ausfälle. Und am Monatsende: die ersten Rechnungen wie geplant erstellt.

Das klingt selbstverständlich – ist es aber nicht. Ein stabiler Go-live ist die Grundlage, auf der Teams Vertrauen aufbauen und das System akzeptieren.
Nächste Etappe: optimieren, verschlanken, nicht daneben arbeiten
Mit der Stabilität beginnt der nächste Schritt: Prozesse so gestalten, dass die Arbeit im System stattfindet – nicht neben ihm. Ziel ist es, effektiver zu werden und Routinen zu verschlanken. Auch KI-gestützte Funktionen werden dabei zunehmend relevant, um Mitarbeitende im Alltag gezielt zu entlasten.
Was Werner Mertl anderen Unternehmen mitgeben würde
Drei Punkte, die Mertl rückblickend besonders betont:
1. Veränderung früh ansprechen. Mitarbeitende sollten von Beginn an wissen, dass sich Abläufe verändern werden – nicht erst beim Go-live.
2. Sicherheit geben. Veränderung bedeutet nicht Jobgefahr, sondern Entlastung und mehr Klarheit im Alltag.
3. Kommunikation von Anfang an. Vor dem Go-live, währenddessen und danach.

Akzeptanz entsteht nicht im Projekt-Kickoff, sondern im Tagesgeschäft.

„Es geht jetzt wirklich erst los“

Ein sauber aufgesetztes ERP-Projekt digitalisiert nicht nur Abläufe. Es schafft eine Grundlage, auf der Unternehmen dauerhaft besser werden können – Schritt für Schritt, entlang echter Erkenntnisse aus dem Tagesgeschäft.

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